Veranstaltungs - Rückblick



Info-Veranstaltung

„Gemeinsam gegen Gewalt - Hausverbot in der Nachtgastronomie"

> Erfahrungsaustausch zum Pilot-Projekt in Freiburg <
am: Mi., 12. Nov. 2008, 15:00 Uhr im Heuboden, Umkirch

Diskothekenbetreiber aus Baden-Württemberg informierten sich über Freiburger Gewaltpräventionskampagne „Hausverbot“ Umkirch.

Der Vorsitzende des landesweiten Arbeitskreises „Trend & Szene“ des Hotel- und Gaststättenverbandes DEHOGA, Peter Ehrhardt, hatte am 12.11.2008 die Betreiber der Diskotheken und Tanzbetrieben aus Baden-Württemberg in den Heuboden nach Umkirch geladen, um die Unternehmer über das Freiburger Gewaltpräventionsprojekt „Hausverbot – Fliegst Du einmal raus, kommst Du nirgends mehr rein“ zu informieren.

In 2006 hatten DEHOGA, Stadt Freiburg, Polizei und rund 30 Betriebe der „Nachtgastronomie“ diese gemeinsame Initiative gestartet, berichtete DEHOGA Geschäftsführer Klaus Althoff zu Beginn der Veranstaltung. Ziel war dabei: Mehr Sicherheit und Aufenthaltsqualität im Freiburger Nachtleben.

29 Bars, Clubs, Diskotheken und Event-Veranstalter haben sich damals verpflichtet, bei Vorfällen ein übergreifendes Hausverbot für Störer zu verhängen.

Das Motto der Kampagne lautet: „Hey, fliegst du einmal raus, kommst du nirgends mehr rein“.

Eine Bilanz der ersten 2 Jahre mit reichlich statistischen Daten stellte DEHOGA Rechtsassesor Alexander Hangleiter im weiteren Verlauf dar.

Wichtigstes Ergebnis: Es gab bisher keinen Wiederholungstäter!

Seit Dezember 2006 ziehen in Freiburg Stadt, Polizei, DEHOGA und Gastronomie gemeinsam an einem Strang und sorgen in vorbildlicher Weise dafür, das Nachtleben in der Innenstadt wieder attraktiver und sicherer zu machen. Die negativen Auswirkungen von hohem Alkoholkonsum und steigender Gewaltkriminalität waren in der Freiburger Innenstadt vor allem abends und an den Wochenenden leider nicht mehr zu übersehen. Die Zahl der Störungen, Körperverletzung und sonstiger Übergriffe gerade um das Ausgehviertel „Bermudadreieck“ war bis 2006 drastisch gestiegen.

Aufgrund dieser Umstände hatten die Polizei und die Stadt Freiburg ihre Anstrengungen zur Bekämpfung von Kriminalität intensiviert. Ein Baustein hierbei ist bis heute die sogenannte Hausverbots-Kampagne, bei der ein überörtliches Hausverbot erteilt werden kann, sobald ein Besucher der Nachtgastronomie in Freiburg in einem Betrieb aufgrund einer bestimmten Gewalttätigkeit auffällt.

Das Hausverbot gilt dann für 2 Jahre für alle an der Kampagne beteiligten Betriebe.

Nachdem Polizei, Amt für öffentliche Ordnung und der DEHOGA im Spätsommer des Jahres 2006 zusammen mit Wirten und Veranstaltern das Konzept entwickelt hatten, sind damals 29 Bars, Diskotheken und Event- veranstalter der Kampagne unter dem Motto „Hey, fliegst du einmal raus, kommst du nirgends mehr rein“ beigetreten.

Die Regelung wird seit Dezember 2006 umgesetzt und wurde gleichzeitig mit einer umfassenden Informationskampagne (Plakate, Flyer, Anzeigen) begleitet. Jeder Betrieb, der an der Hausverbot-Kampagne beteiligt ist, muss am Eingang das Hausverbot-Logo als eine Art Gütesiegel anbringen, um deutlich zu machen, welche Folgen Gewalt und sonstige Übergriffe haben können.

Derzeit sind 30 Betriebe an der Kampagne gegen Gewalt beteiligt. Es wurden mittlerweile 83 überörtliche Hausverbote ausgesprochen, 76 davon an Männer. Bis dato gab es keinen Rückfalltäter!

Aber auch die abschreckende Wirkung des drohenden überörtlichen Hausverbots an gewaltbereite Personen ist nicht zu unterschätzen.

Die anwesenden Diskothekenbetreiber zeigten sich beeindruckt von der Freiburger Lösung. In der anschließenden Fragerunde wurden die Umsetzungsmöglichkeiten und –vorraussetzungen in weiteren Orten diskutiert.

Der Informationsnachmittag endete mit einer gemeinsamen Besichtigung des Tanzbetriebes „Heuboden“.

Der Inhaber des „Heuboden“, Gerhard Blum, der unlängst den bundesdeutschen „Diskotheken-Oscar“ für sein Unternehmen verliehen bekommen hat, zeigte den Kollegen den seit 1978 bestehenden Betrieb und beantwortete auch die vielen Fragen der Kollegen.

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